DIE MACHT DES BOGENS
Japanische Bogenschützen im Spiegel alter Holzschnitte


Sonderausstellung im Siebold Museum Würzburg, Frankfurter Straße 87

29. April bis 7. August 2016

Achtung: Ausstellung verlängert bis 14. August 2016!

Vernissage
am 29. April 2016 um 17 Uhr
mit einem Vortrag von Herrn Matthias Obereisenbuchner, Psychotherapeut aus München, über "Eugen Herrigel und das europäische Bild vom japanischen Bogenschießen - Gedanken zu kulturgeschichtlichen Einflüssen"
und einer Kyudo-Demonstration von Frau Dr. Jutta Zinnheimer-Dreikorn, Vorsitzende des Kyudovereins Main-Dojo/Würzburg


Die Sonderausstellung wurde von Herrn Dr. Johannes Haubner zusammengestellt und umfasst etwa 80 Originalholzschnitte aus dem 19. Jahrhundert zur Geschichte des japanischen Bogenschießens von den mythologischen Anfängen bis in die Meiji-Zeit.

zum Siebold Museum Würzburg
Informationen zum Buch "Die Macht des Bogens"
 

"Eugen Herrigel und das europäische Bild vom japanischen Bogenschießen - Gedanken zu kulturgeschichtlichen Einflüssen"

Kurze Zusammenfassung des Vortrags von Matthias Obereisenbuchner im Rahmen der Vernissage zur Ausstellung „Die Macht des Bogens":

Aus europäischer Perspektive werden japanische Künste häufig auf Zen reduziert. Dazu hat Eugen Herrigels berühmtes Buch „Zen in der Kunst des Bogenschießens“ nicht unwesentlich beigetragen. Die Praxis des Bogenschießens in Japan, wie es sich geschichtlich entsprechend den jeweiligen gesellschaftlichen Bedingungen entwickelt und verändert hat, entspricht jedoch nicht der verbreiteten europäischen Vorstellung eines quasi klösterlichen zen-buddhistischen Rituals. In den ritualisierten Formen des japanischen Bogenschießens wirken insbesondere chinesisch-konfuzianische und höfische Einflüsse nach. Die konfuzianisch geprägte Etikette der Höfe des Kriegeradels ist in den Formen des modernen japanischen Bogenschießen präsent. Eugen Herrigel hat vom „geistigen“ Bogenschießen geschrieben. Für die daraus entstehende europäische Phantasie vom japanischen Bogenschießen (und anderen japanischen Künsten) spielt der für Europäer selbstverständliche Gegensatz Körper-Geist eine bedeutende Rolle. In Fernen Osten gibt es diesen Gegensatz aber nicht: „Körperlich“ und „Geistig“ sind im fernöstlichen Denken keine einander ausschließenden, oder einander feindlich gegenüberstehenden Gegensätze.

Matthias Obereisenbuchner

Würzburg, 29.4.2016


Kontakt: jh@kyu-do.de

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